Für das Magazin HYDRAULIKPRESSE habe ich einen Artikel über unsere „innere Uhr“ geschrieben – hier ein Auszug:

Das Experiment könnte aus einem Gruselfilm stammen: Anfang der 1970er Jahre schlossen Wissenschaftler eine Gruppe von Versuchspersonen in einen unterirdischen Bunker ein, in dem alle an Zeit gebundene Faktoren ausgeschaltet wurden: Keine Fenster, keine Uhren, keine Medien. Der Kontakt zur Außenwelt war vollkommen abgebrochen, selbst gegen elektromagnetische Strahlung wurde der Bunker abgeschottet. Es gab lediglich eine Tür, durch die man jederzeit gehen konnte, wenn man das Experiment verlassen wollte, und einen Kühlschrank, der auf der einen Seite von den menschlichen Laborratten geöffnet und von der anderen Seite von Wissenschaftlern mit frischen Lebensmitteln gefüllt wurde. Mithilfe von Sensoren wurden die Aktivitäten der Versuchsteilnehmer gemessen und aufgezeichnet.

Im Bunker tickt die innere Uhr weiter

Diese Experimente unter Leitung des damaligen Direktors am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie Jürgen Aschoff gelten heute als Sternstunde der sogenannten Chronobiologie, der Wissenschaft über den Zusammenhang von Zeit und Verhaltensmustern bei Organismen. Zusammengefasst könnte die Frage, der das Team um Aschoff vor 40 Jahren nachging, lauten: Wie tickt unsere innere Uhr? 300 Freiwillige stellten sich damals für das Bunker-Experiment zur Verfügung. Die Ergebnisse waren verblüffend und wurden 1981 von Jürgen Aschoff so zusammengefasst: „Alle unter natürlichen Bedingungen beobachtbaren tagesperiodischen Prozesse bleiben erhalten.“ Seitdem wissen wir, dass äußere Zeitgeber für einen geregelten Biorhythmus nicht unbedingt notwendig sind. Unsere innere Uhr läuft immer weiter.

Wir alle kennen das: Immer zu gleichen Zeiten bekommen wir Hunger oder werden müde. Viele Menschen brauchen keinen Wecker, da sie minutengenau zur gleichen Zeit am Morgen aufwachen. Solche Biorhythmen sorgen auch dafür, dass Tiere von Natur aus feste Paarungszeiten haben oder dass Pflanzen ihre Blütezeiten steuern. Wo diese innere Uhr genau sitzt, und wie sie funktioniert, darüber streiten sich Forscher seit den Anfängen der Chronobiologie vor vierzig Jahren. Fest steht bislang nur: Gesteuert wird unser Biorhythmus über Botenstoffe, deren Ausschüttung im Gehirn organisiert wird.

Die Master-Uhr sitzt im Gehirn

Nach neusten Ergebnissen der chronobiologischen Forschung an der University of Cambridge aus dem Jahr 2014 sitzt unsere innere Uhr sehr wahrscheinlich im so genannten suprachiasmatischen Nucleus im Hirn. (…)

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