Wussten Sie, dass Rückstände von Medikamenten und Kontrastmitteln aus Kliniken in unserem Trinkwasser zu finden sind? Und auch immer mehr davon? Für das Landesrundschreiben der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen habe ich einen Beitrag über dieses Phänomen geschrieben, der im Oktober erscheint. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Was hat das Wasser der Weser mit der Anwendung von Magnetresonanztomographie zu tun? Prof. Dr. Michael Bau, Geowissenschaftler an der Jacobs University in Bremen, weiß die Antwort darauf: „Wir haben uns die Weser genauer angeschaut und dabei im Wasser anormal hohe Gadolinium-Inhalte festgestellt“, berichtet Bau, der als einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Analyse von Hochtechnologie-Metallen im Fluss- und Trinkwasser gilt. Das Selten-Erd Element Gadolinium stammt aus Kontrastmitteln, die bei der medizinischen Diagnostik in der Magnetresonanztomographie verwendet und von Patienten wieder ausgeschieden werden, dabei über das gereinigte Abwasser von Klärwerken wieder in Flüsse und Seen gelangen. „Unsere Untersuchungen zeigen bereits seit längerem, dass überall dort, wo Uferfiltrat aus Seen und Flüssen eine wichtige Rolle für die Trinkwasserversorgung spielt, relativ hohe Gehalte an anthropogenem Gadolinium aus MRI-Kontrastmitteln im Leitungswasser gefunden werden“, berichtet Michael Bau. Während das Trinkwasser in Bremen-Nord und Bremen-Stadt bisher kein oder kaum Kontrastmittel-Gadolinium aufweist, sind besonders Berlin und Städte am Rhein wie Düsseldorf und Köln, Rüsselsheim, Koblenz, Bonn, Leverkusen und Kleve auffällig. In Essen, Duisburg und im Westen Berlins haben laut Baus Untersuchungen die gemessenen Konzentrationen in den letzten Jahren ausserdem deutlich zugenommen.

 

Was nur wenige Mediziner wissen: Das Trinkwasser in Deutschland weist immer häufiger Kontrastmittel-Rückstände auf – aber auch Arzneimittel, die von den Patienten ausgeschieden oder zur Entsorgung von Resten die Toilette heruntergespült werden, sind verstärkt im Trinkwasser nachzuweisen. (…)